Mutter und Kind

Zur Situation der Mütter

Viele Frauen bewältigen ihr Leben und die Erziehung ihrer Kinder trotz wachsender Schwierigkeiten in ihrem Lebensumfeld mit Erfolg. Familiäre Konflikte, unbewältigte Trennungs- bzw. Scheidungserlebnisse, Mehrfachbelastung durch Erziehung, Haushalt und Berufstätigkeit, soziale Isolation und wachsender ökonomischer Druck (z. B. durch Arbeitslosigkeit der Frau oder ihres Partners) führen allerdings auch bei vielen Müttern, insbesondere alleinerziehenden,  zu emotionalen Belastungen und psychischen Störungen.

 

Eine notwendige stationäre Psychotherapie der Mütter kommt oft nicht zustande, weil für diese Zeit keine Betreuungsmöglichkeit für Kind bzw. Kinder besteht. Natürlich ist ohnehin bei jüngeren Kindern und bei alleinerziehenden Müttern eine Trennung von Mutter und Kind über einen längeren Zeitraum für beide gleichermaßen schwierig.





Therapeutische Zielsetzung

 

Unser wichtigstes Anliegen bei der Mitaufnahme von Begleitkindern ist es, die Mütter durch eine tägliche Kinderbetreuung in der Klinik zu entlasten und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich für eine stationäre Psychotherapie zu öffnen. Dazu bieten wir die Möglichkeit einer intensiven Betreuung der Kinder in kleinen Gruppen durch qualifizierte Fachkräfte (Erzieher, Kinderpfleger).

 

Da Kinder auch pädagogische Anleitung benötigen, gibt es im Psychotherapeutischen Zentrum eine hausinterne LinkKinder- und Jugendtagesstätte, in der Kinder zwischen 0 und 12 Jahren aufgenommen werden. Dieses Angebot entlastet zudem die Mütter tagsüber von der Kinderbetreuung und gibt ihnen die nötige Zeit und Ruhe, sich für eine stationäre Psychotherapie zu öffnen.

 

Das Zusammenleben der Mütter mit ihrem Kind in der Klinik stellt ein sehr wichtiges Lernfeld dar. Die eigene Beziehung zum Kind, auch die Konflikte mit dem Kind können konkret erlebt und erfahren werden, z. B. Überforderung durch die Kinderversorgung, häufig werden durch das Muttersein auch eigene Kindheitskonflikte und Traumata wieder lebendig. In der geschützten Situation der Klinik können solche Erfahrungen durchgearbeitet werden. Gleichzeitig bietet der Klinikraum ein Lernfeld, um Kinderversorgung und Lebensorganisation im Muttersein zu üben. Das Einbeziehen der Kinder in die Psychotherapie der Mutter ist in Einzelfällen möglich, beispielsweise als Familientherapie.

 

Begleitkinder können ab dem Säuglingsalter aufgenommen werden, schulpflichtige Begleitkinder können eine Schule vor Ort vormittags besuchen.

 

Es hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, Kinder als Therapiekinder in die Psychotherapie einzubeziehen. Meistens sind die Kinder ebenfalls emotional belastet, sie weisen Verhaltensstörungen oder Entwicklungsstörungen auf und es wäre eine unnötig verpasste Chance, würden diese Kinder nicht mitbehandelt. Einzelheiten zur Psychotherapie der Kinder finden Sie im Abschnitt Kinder- und Jugendlichentherapie.

 

Ein steigender Anteil unserer Patienten sind Jugendliche und jüngere Erwachsene, sie werden in der darauf spezialisierten Abteilung behandelt. Mindestaufnahmealter ist 11 Jahre, Ausnahmen sind im Einzelfall möglich.

 








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